Darstellungsmethoden

Methoden der Darstellung im Wissenschaftsjournalismus

Auch der Wissenschaftsjournalismus kennt selbstverständlich die Kurznachricht, in der nur die wichtigsten Fakten zu einer mehrzeiligen Meldung geformt werden. Die ihm angemessenere Form der Berichterstattung aber ist die der Reportage, in der neben den Fakten auch dramaturgische Elemente eingebracht werden können. Immer häufiger gehen Wissenschaftsjournalisten auch zum sogenannten Storytelling über, nutzen sie erzählerische oder unterhaltsame Elemente für die Berichterstattung.

Einzelschicksale ersetzen Tagesaktualität

Aufgrund der fehlenden Tagesaktualität sind zudem Formen wie das Feature im Wissenschaftsjournalismus besonders beliebt. Hier werden allgemeine Erkenntnisse oder Forschungsergebnisse häufig in der Verbindung zu persönlichen Schicksalen dargestellt. Der Essay schließlich eignet sich hervorragend, um Informationen mit unterschiedlichen Meinungen, Bewertungen oder Auswirkungen zu verknüpfen.dreamstime_xs_12080924

Besondere Sorgfalt bei der Texterstellung und –bearbeitung

Besonderes Augenmerk kommt im Wissenschaftsjournalismus zudem der sprachlichen Ausgestaltung von Nachrichten und Berichten zu. Oder wie es Vicari formulierte: „Auffallend ist die besondere Sorgfalt, die den Texten geschenkt wird. Die Artikel werden nicht nur redigiert, sie werden poliert“ (2007, S. 98). Dies hängt sicher auch damit zusammen, dass Wissenschaftsjournalisten eine eigene zielgruppengerechte Sprache finden müssen, um die abstrakten und von Fachtermini durchsetzten Informationen, die sie recherchiert haben, darstellen zu können.

Besondere bildliche oder grafische Aufbereitung

Die Arbeit an der Sprache ist wesentlich für einen informativen und spannenden Wissenschaftsjournalismus. Doch viele Zusammenhänge lassen sich nicht ohne Hintergrundwissen oder Anschauungsmaterial verstehen. Daher kommt auch der bildlichen und der grafischen Aufbereitung von Informationen eine wesentliche Rolle zu. Zumal sich der Journalist bei der Abbildung von Grafiken und Diagrammen ganz auf die Fakten beschränken und die Interpretation des Zahlenmaterials seinen Lesern überlassen kann.

Zwischen Information und Sensation

Eine Eigenheit schließlich, die zu den Besonderheiten der Darstellung und Präsentation innerhalb des Wissenschaftsjournalismus gehört, ist, dass auch Nachrichten, die rein informativen Charakter tragen, auf ihren Sensationsgehalt hin abgeklopft werden müssen. Wollten die Leser von Wissenschaftsmagazinen nur Fakten präsentiert bekommen, so könnten sie sich auf das Lesen von Forschungsberichten beschränken. Was macht eine Nachricht interessant, attraktiv, was ist das Besondere, Sensationelle und wie lässt sich dies unterhaltsam darstellen? Wissenschaftsjournalismus erweist sich auch in diesem Bereich als Gratwanderung zwischen der Pflicht zur seriösen Berichterstattung und dem Wunsch des Lesers, begeistert, beteiligt oder unterhalten zu werden.