Selbstverständnis

Der Wissenschaftsjournalist als Mittler und Wächter, als Übersetzer und Kritiker

Zum besonderen Selbstverständnis von Wissenschaftsjournalisten gehört es, dass sie sich als Vermittler von Faktenwissen und zugleich als Kritiker und Wächter gegenüber der Wissenschaft betrachten. Wobei sich diese Kritik selten generell gegen Wissenschaft als methodische Forschung richtet und sich stattdessen auf einzelne Methoden oder Bereiche beschränkt. Der Wissenschaftsjournalist sichert im Grunde die Kommunikation zwischen Forschung und Gesellschaft. dreamstime_xs_32451615Er stellt wissenschaftliche Studien und Ergebnisse in einer seiner Zielgruppe verständlichen Sprache dar, bewertet, analysiert, kritisiert oder kommentiert. Je nachdem, welche inhaltlichen und fachlichen Schwerpunkte er verfolgt, kann er zudem als Ratgeber gegenüber seiner Zielgruppe auftreten. Die Besonderheit des journalistischen Handelns von Wissenschaftsjournalisten besteht vor allem darin, dass sie die Themen, die sie für relevant halten, auswählen und zielgruppengerecht aufbereiten. Während es im allgemeinen Journalismus nicht üblich ist, beispielsweise die Äußerungen von Politikern oder Unternehmern zu erläutern, gleicht der Wissenschaftsjournalist einem Übersetzer, der ein Werk aus der Fachsprache in die Alltagssprache überträgt. Und er muss dabei ständig eine Gratwanderung meistern: Gelingt es ihm nicht, sein Thema verständlich aufzubereiten, läuft ihm die Zielgruppe davon. Verallgemeinert oder vereinfacht er zu stark, zieht er sich den Zorn der wissenschaftlich gebildeten Leserschaft zu, die nun ihm Inkompetenz unterstellt.